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Investieren in P2P Kredite – Meine Erfahrungen

Einer der Hypes der letzten zwei bis drei Jahre sind meiner Meinung nach definitiv, das Investieren in P2P Kredite. Doch was verbirgt sich dahinter? Spielt man nun selbst Bank? Wie hoch sind eigentlich die Rendite und das Risiko? Darauf werde ich in folgendem eingehen.

P2P Kredite

Hinter P2P verbirgt sich Peer-to-Peer, also Verbraucher zu Verbraucher. Wörtlich übersetzt heißt Peer gleichartig, es ist also ein Unterschied zum klassischen Kredit. Denn dort hast du mit deiner Bank eine Peer-to-Business Verbindung. Die Abfolge ist hierbei folgendermaßen. Eine Privatperson oder eine Unternehmung benötigt einen Kredit und geht hierfür zu Ihrer Bank, diese prüft und gewährt dann den Kredit. Im nächsten Schritt tritt die Bank an einen der Darlehensgeber heran der auf den P2P-Plattformen gelistet ist.

Dieser Darlehensgeber bietet den Kredit dann über eine der Plattformen an und wir Investoren können dann entscheiden ob wir in den Kredit investieren wollen. Bei diesem Szenario fungiert die Bank nur als Vorfinanzier und holt sich dann den Darlehnsbetrag von den Investoren auf den P2P Plattformen wieder. Für das Bereitstellen der Gelder bekommen die Investoren natürlich Zinsen. Dieses Vorgehen hat für beide Parteien Vorteile, wir Investoren erhalten recht hohe Zinsen, die wir so aus Deutschland schon länger nicht mehr kennen und die Bank erhält den Kreditbetrag wieder von den Investoren und kann dadurch weitere Kredite vergeben.

Mein Weg mit P2P

P2P Kredite gewinnen im deutschsprachigen Raum immer mehr an Aufmerksamkeit und dadurch auch an Investoren die P2P nutzen, um eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Ich selbst habe einen meiner ersten Schritte meines Investoren Daseins mit P2P Krediten gemacht. Ende 2018 habe ich die ersten 50 € bei Mintos investiert. Mittlerweile vertraue ich verschiedenen P2P Plattformen mehrere tausend Euro an. Nehmen P2P Kredite momentan noch einen recht hohen Anteil an meinen Investments ein, langfristig soll P2P für mich lediglich zur Beimischung werden das nicht mehr als 5 – 10% meiner Investments ausmacht. Deshalb habe ich auch in meinen Zielen für 2021 definiert, dass der Anteil an P2P in diesem Jahr gegenüber dem letzten Jahr verringert werden soll.

Nun möchte ich dir noch in Chronologischer Reihenfolge die Zugänge der P2P Plattformen in meinem Portfolio aufzeigen, zu jeder Plattform werde ich dann auch noch ein paar Worte verlieren.

Mintos

Zu anfangs war P2P für mich jedoch das optimale Mittel, um schon mit geringen Geldmitteln mit dem Investieren zu beginnen und gleichzeitig eine recht hohe Risikostreuung bei überschaubarem Zeiteinsatz und notwendigem Wissen zu generieren. Mein Wissen habe ich damals bei Lars aufgebaut. Gestartet bin ich wie gesagt auf Mintos mit 50 €, durch den bei lediglich 10 € liegenden minimalen Anlagebetrag, konnten diese 50 € bereits auf fünf verschieden Kredite aufgeteilt werden. Ab da sprudelten die Zinsen, wenn auch in nur sehr geringem Maße.

Kontinuierlich habe ich mein Investment bei Mintos* ausgebaut, bis es in Spitze ca. 14 € monatlich an Zinsen abgeworfen hat. Dies entspricht in etwa einer Rendite um die 11,5 %. Leider sind während der Pandemie einige Dinge passiert, die für Investoren unschön waren, ich möchte hier gar nicht zu sehr darauf eingehen, da das Thema unter anderem schon bei rethink P2P behandelt wurde.

Für mich haben diese Dinge jedoch dazu geführt meine Investments bei Mintos auslaufen zu lassen und Gelder abzuziehen. Momentan halte ich lediglich noch das an Geld bei Mintos welches in Rückforderung ist, übrigens sind die Rückforderungen einer meiner Rückzugsgründe, oder noch in länger laufenden Krediten steckt. Da es sich hierbei aber um keinen sehr großen Betrag handelt, werde ich die Rückflüsse aus den Forderungen reinvestieren. Hierzu habe ich meinen Autoinvest angepasst und setze nur noch auf Kredite mit einem höheren Score.

Momentan habe ich lediglich noch ca. 20 % meines Ursprungsinvestments bei Mintos. Ich möchte die Plattform noch nicht abschreiben aber mein Vertrauen hat sie vorerst zum Teil verloren. Andere vertrauen aber weiterhin auf die größte unter den P2P Plattformen. Dieses geschmälerte Vertrauen spiegelt sich auch in meinem aktuellen Anlagebetrag wieder der etwas mehr als 10 % meines Ursprungsinvestments beträgt. Kann Mintos in Zukunft wieder in seine Spur zurückfinden, ist es für mich durchaus denkbar auch wieder mehr Kapital zu investieren.

Parallel dazu habe ich dann in 2019 noch die Plattformen Bondora und Estateguru mitaufgenommen.

Bondora Go & Grow

An Bondora* hat mich lediglich das Produkt Go & Grow interessiert, war es doch eine Art Tagesgelersatz. Hier bekommst du täglich Zinsen gutgeschrieben, was unglaublich motivierend ist, bei nahezu täglicher Verfügbarkeit des Geldes. Lediglich während der Anfangsphase von Corona hat es einige Zeit gedauert sein Geld von Bondora abzuziehen. Das Unternehmen hat aber solide gewirtschaftet und die Pandemie und damit verbundene Krise bei einigen P2P Plattformen mit Bravour überstanden. Eine der Maßnahmen, die von Bondora ergriffen wurden, ist beispielsweise, dass nur noch 400 € pro Monat eingezahlt werden können. Dies soll ein ständiges Umschichten der Gelder verhindern.

P2P

Bondora Go & Grow ist momentan mein Lieblingsprodukt und ich vertraue dem Unternehmen auch das meiste Geld unter allen meiner P2P Plattformen an. Momentan erhalte ich hier über 2 € Zinsen und das jeden Tag! Bei Go & Grow bekommt man zurzeit 6,75 % Zinsen p. a., verbunden mit den täglichen Zinszahlungen kommt hier der Zinseszins Effekt ganz schön zum Tragen. Investieren kannst du bei Bondora G&G bereits ab einem Euro.

Von anderen Produkten auf Bondora habe ich aber seit jeher Abstand genommen, da man hier zwar auch Zinsen jenseits der 20 % erhalten kann, das Risiko und die Ausfallraten aber recht hoch sind.

Falls du ebenfalls jeden Tag Zinsen erhalten möchtest, kannst du gerne meinen Link* benutzen und bekommst dafür direkt 5 € auf dein Konto gutgeschrieben.

Estateguru

Ebenfalls in 2019 hat Estateguru* den Weg in mein Portfolio bekommen und hat damit auch im P2P Bereich wieder den Bezug zu Immobilien hergestellt. Hier kannst du bereits ab 50 € je Invest in Immobilien investieren. Voranging bietet die Plattform Immobilienkredite in Osteuropa an, es finden aber auch immer wieder Projekte aus Deutschland den Weg in die Auswahl.

Seit Beginn läuft Estatguru rund und ohne Vorkommnisse, auch die kleine Krise im letzten Jahr hat die Immobilien P2P Plattform gut überstanden. Vor allem das Rückholungsmanagement bei Estateguru möchte ich hervorheben, hiervon könnte sich Mintos durchaus eine Scheibe abschneiden, es klappt nämlich bisher hervorragend. Auch wenn es bei wenigen Projekten soweit kommt, dass die Gelder Rückabgewickelt werden müssen, kommt es doch immer mal wieder vor. Leider befindet sich aber dennoch momentan ein Projekt bei mir in der Einholung, ich bin mir aber sicher das dieses Geld auch zurückgewonnen wird.

Crowdinvesting

Sollte eine Wohnung als Kapitalanlage deinen Rahmen sprengen dann fang doch erst mal kleiner an. Bereits ab 50 € kannst du bei Estateguru* in Immobilien investieren und bringt mir aktuell etwa 11 % an Zinsen ein. Für mich war die Arbeit von Estateguru in der Vergangenheit Grund genug mein Investment hier im März etwas aufzustocken.

Grupeer

Grupeer ist Anfang 2020 gut gestartet hat viel an Lob erhalten und auch von dem ein oder anderen Anleger einen signifikanten Geldbetrag. Auch ich habe der neuen Plattform Geld anvertraut, Geld, dass ich wohl nie wiedersehen werde. Mein Glück dabei ist, dass ich neuen Plattformen erst einmal nur 100 € anvertraue und das für mindestens ein halbes Jahr. Dies hat mich davor bewahrt noch mehr Geld in den Sand zu setzen.

Eines hat es mich aber auch gelehrt, man darf nicht allem blind vertrauen und muss auch selbst recherchieren. Nur weil jeder gerade auf den Zug aufspringt muss das nicht richtig sein. Bei Grupeer sind ganz viele schnell auf dem Boden der Tatsachen angelangt, ich schreibe meine 100 € als Lehrgeld, mit dem Wissen, diese habe ich mit meinen anderen P2P Zinsen in etwa einem Monat wieder erwirtschaftet, ab

Robocash

Robocash* habe ich ehrlicherweise schon seit 2019 in meinem Depot, hatte aber nach relativ kurzer Zeit das Geld wieder abgehoben. Mir hatte die Plattform nicht allzu sehr gefallen und es gab einiges an negativen Stimmen, also habe ich mein Geld dort wieder abgezogen.

Im Sommer 2020 habe ich dann den Account wieder reaktiviert, der Grund war eher pragmatischer Natur. Ich hatte ihn ja schon und war nach der Entscheidung Mintos zu entsparen auf der Suche nach einem Ersatz. Robocash war eine der Plattformen, die ich hierzu testen wollte, ebenfalls auch Swaper, Twino und Peerberry.

Mittlerweile kann ich sagen, dass Robocash* sehr solide läuft, es gibt zwar immer noch Unterschiede zu den anderen Plattformen, aber das ist mir mittlerweile egal. Ebenfalls hat mir der Umgang und die gute Meisterung des Krisenjahrs 2020 gefallen, deshalb habe ich Robocash im März auch weitere 200 € anvertraut.

Peerberry

Auch Peerberry* hatte 2019 schon den Weg in mein Portfolio gefunden, damals eine noch recht junge Plattform hat mich vor allem der Umstand gestört, dass doch immer einiges an Geld nicht investiert war und wir alles wissen, dass nicht investiertes Geld keinen Ertrag abwirft.

Da die Plattform aber ihre Hausaufgaben gemacht zu haben scheint, habe ich ihr im Zuge der Umschichtung von Mintos auch ab Sommer 2020 wieder ein paar Euros anvertraut. Bisher lief alles tadellos, mein Geld ist voll investiert und man hört nur positives über Peerberry*. Für mich ist die Plattform eine der Gewinner der Pandemie, weshalb ich hier ebenfalls im März mein Invest nahezu verdreifacht habe.

Swaper

Swaper* ist eine Plattform die ich persönlich nicht sehr ansprechend finde, sie hat aber eines, recht solide Zinsen, wodurch sie bei einigen Bloggern in ihrem XIRR-Rating recht weit oben auftaucht. Man hört zwar nicht viel von Swaper aber keine Nachrichten sind immerhin mal keine schlechten Nachrichten. Nach mehrfacher Emfpehlung habe ich im Sommer 2020 ebenfalls einen Testaccount bei Swaper eröffnet. Die Zinsen sind solide und alles läuft still. Ab und zu liegt mal etwas Geld ungenutzt rum, wird aber nach ein paar Tagen investiert. Wenn man nur einmal im Monat rein schaut fällt das auch nicht sonderlich auf.

Mittlerweile hat Swaper* meine Testphase überstanden und dafür ein paar weitere Euros von mir anvertraut bekommen.

Twino

Twino* ist ebenfalls einer meiner persönlichen Corona Gewinner. Es gibt eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass alles super läuft und ich sehr zufrieden damit bin. Auch hier hat sich die Plattform mein Vertrauen erarbeitet, was ich mit weiteren 200 € die ich auf der Plattform investiert habe honoriert habe. Ich liebe es, wenn man lediglich einmal im Monat auf der Plattform nachsehen muss wie viele Zinsen man erhalten hat und sonst nicht weiter tun muss. Nur weiter so.

Darüber hinaus hat Twino das Krisenjahr 20 auch sehr gut gemeistert und geht als einer der Gewinner daraus hervor. Ich habe das gute Corona Management genutzt, um hier im Sommer 20 einzusteigen, als Bonus habe ich hierfür 15 € erhalten, andere Plattformen wie Mintos hatten ihren Bonus letztes Jahr gestrichen, Twino jedoch nicht.

In nur wenigen Minuten kannst du dir ebenfalls 15 € Willkommensbonus bei Twino* sichern, danach sprudeln die Zinsen.

Fazit

Eines wird dir sicherlich aufgefallen sein, Eingangs und auch in meinen Zielen habe ich davon gesprochen mein Investment bei P2P Krediten gegenüber den anderen Anlageklassen zu verringern, dennoch habe ich aber im März Geld bei einigen Plattformen nachgeschossen. Klingt doch Paradox, ist es eigentlich auch. Dennoch bin ich immer noch auf Zielkurs, denn der Anteil an P2P hat sich gegenüber dem Vorjahr verringert, trotz Zuzahlung, außerdem habe ich mir ja auch als Ziel gesetzt 1.000 € an P2P Zinsen in diesem Jahr zu erhalten. Bei beiden Zielen bin ich momentan auf Kurs und für dieses Jahr war es das auch mit den Einzahlungen auf P2P Plattformen.

Des Weiteren merkt man gerade bei Grupeer und auch Mintos, dass die hohen Renditen nicht von ungefähr kommen, sondern mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Bei Grupeer gehe ich von einem Totalausfall aus, bei Mintos habe ich ca. 265 € in Rückforderung, bei ca. 345 € verdienten Zinsen. Sollte alles was in Rückforderung ist ausfallen, bleibt hier kaum noch Rendite übrig.

Nichtsdestotrotz gibt es aber auch Lichtblicke, für mich sind das vor allem Bondora die ein wirklich gutes Krisenmanagement betrieben haben, sowie Peerberry und Twino von denen ich durchweg nur positives im letzten Jahr hören konnte und die nun zurecht einen regen Andrang an Neuinvestoren verbuchen können.

Für mich sind P2P Kredite eine wichtige Säule in meinen Investments, auch wenn der Anteil noch etwas erhöht ist, sollen sie doch Langfristig zu meinen Einnahmen beitragen. Fürs erste habe ich aber nach den Einzahlungen im März mein Limit bei diese Assetklasse erreicht. Ab nächstem Jahr möchte ich dann damit beginnen einen Teil der Zinsen abzuschöpfen und anderen Assetklassen zuzuführen.

Bist du ebenfalls in P2P Kredite investiert? Welche Plattformen nutzt du so?

Vielen Dank fürs Lesen meines Blogs, das motiviert mich weitere Artikel zu verfassen. Mir macht es sehr viel Spaß, dir mit meinen Beiträgen dabei zu helfen dem Hamsterrad zu entkommen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und mit Ruhe und Gelassenheit deiner (Früh-)Rente entgegen zu sehen. Solltest du Fragen, Wünsche, Anregungen oder Kritik haben kannst du gerne die Kommentarfunktion nutzen oder mir direkt eine Nachricht senden.

Beste Grüße, dein Immobeginner Timo.

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3 Gedanken zu “Investieren in P2P Kredite – Meine Erfahrungen

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